Zum Inhalt springen
flockenquetsche.com

Wissen

Dinkelflocken selber machen: anfeuchten, antrocknen, flocken

Dinkelflocken bekommst du fertig in jedem Supermarkt – frisch gequetscht schmecken sie aber deutlich nussiger. Der Trick beim Selbermachen: Dinkel ist härter als Hafer. Feuchte die Körner kurz an und lass sie antrocknen, dann werden die Flocken geschmeidig statt krümelig.

von der Redaktion aktualisiert am 06. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

Transparenz: Diese Seite enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Mehr dazu

Kurz gesagt

Für Dinkelflocken brauchst du entspelzte Dinkelkörner und eine Flockenquetsche. Feuchte die Körner im Sieb kurz an, lass sie antrocknen und quetsche sie dann wie Hafer. Wie lange sie trocknen müssen, hängt vom Gerät ab: werkstück nennt für den Futuria-Flocker rund 5 Stunden. Frische Dinkelflocken isst du am besten sofort, spätestens nach wenigen Tagen.

Inhalt dieser Seite
Dinkelkörner
Foto: Hans / Pixabay

Was sind Dinkelflocken – kaufen oder selber machen?

Dinkelflocken sind gequetschte Dinkelkörner, genau wie Haferflocken gequetschte Haferkörner sind. Dinkel ist ein enger Verwandter des Weizens und ein Spelzgetreide. Das Korn sitzt fest in seinen Spelzen und muss vor dem Essen in einer Schälmühle entspelzt werden.

Fertige Dinkelflocken aus dem Supermarkt sind praktisch und lange haltbar. Industrieflocken werden gedämpft und gedarrt. Das inaktiviert fettspaltende Enzyme (Lipasen), damit die Flocken nicht ranzig werden. Dabei leiden hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie einige B-Vitamine. Selbst gequetschte Flocken sind dagegen unbehandelt, duften frisch und halten nur kurz.

Fertige DinkelflockenFrisch gequetscht
Herstellunggedämpft und gedarrtnur angefeuchtet und gequetscht
Geschmackmild, etwas flachnussig, leicht süßlich, frisch
HaltbarkeitMonatemöglichst sofort essen, wenige Tage
Aufwandkeineranfeuchten, antrocknen, kurbeln
Kostengünstignicht billiger, du brauchst ein Gerät

Ehrlich gesagt: Wenn du nur ab und zu eine Handvoll Dinkelflocken ins Brot streust, sind fertige Bio-Flocken völlig in Ordnung. Selberflocken lohnt sich, wenn du Dinkel regelmäßig im Müsli isst und den Unterschied schmecken willst. Ob sich das Gerät für dich rechnet, steht auf der Seite Lohnt sich eine Flockenquetsche?.

Welcher Dinkel eignet sich zum Flocken?

Du brauchst entspelzte Dinkelkörner, im Laden meist als „Dinkel“ oder „Dinkelkörner“ verkauft. Ideal ist Bio-Ware in Lebensmittelqualität. Keimfähige Körner zeigen, dass der Dinkel nicht erhitzt wurde.

Grünkern ist übrigens auch Dinkel: Er wird unreif geerntet und gedarrt. Dadurch schmeckt er würzig, ist aber nicht mehr keimfähig. Für klassische Dinkelflocken nimmst du reifen Dinkel.

Dinkelflocken selber machen: Schritt für Schritt

Hafer lässt sich trocken quetschen. Härtere Getreide wie Dinkel, Weizen und Roggen werden geschmeidiger, wenn man sie kurz anfeuchtet und antrocknen lässt. Die Zeiten unterscheiden sich je nach Hersteller – schau deshalb zuerst in die Anleitung deiner Flockenquetsche.

  1. Körner abwiegen

    50–60 g Dinkelkörner pro Person reichen für eine Müslischale.
  2. Anfeuchten

    Die Körner in einem Sieb kurz mit kaltem Wasser abbrausen und gut abtropfen lassen. Nicht einweichen – die Körner sollen nur außen feucht werden.
  3. Antrocknen lassen

    Die Körner auf einem Küchentuch ausbreiten. werkstück nennt für seinen Futuria-Flocker rund 5 Stunden. Die Oberfläche soll sich wieder trocken anfühlen, das Innere bleibt leicht biegsam.
  4. Walzen einstellen

    Starte mit einem mittleren Abstand und justiere nach den ersten Flocken nach. Wie das geht, steht unter Walzenabstand einstellen.
  5. Flocken

    Gleichmäßig kurbeln oder das Gerät einschalten. Die Flocken direkt verwenden.

Wie schmecken frische Dinkelflocken?

Nussig, leicht süßlich und kräftiger als Haferflocken. Beim Quetschen steigt ein Duft auf, der an frisches Brot erinnert. Genau das entgeht dir bei Fertigflocken: das Aroma des frischen Keims, bevor Dampf und Darre es abgeflacht haben. Frische Dinkelflocken sind außerdem etwas fester im Biss und quellen langsamer als Hafer.

Verwendung: Müsli, Porridge, Brot

  • Müsli und Overnight Oats: Dinkelflocken brauchen länger zum Weichwerden. Weiche sie über Nacht ein oder mische halb Hafer, halb Dinkel. Mehr dazu unter Overnight Oats mit frischen Flocken.
  • Porridge: Dinkel-Porridge braucht ein paar Minuten länger auf dem Herd als Haferbrei und wird etwas körniger.
  • Brot und Brötchen: Eine Handvoll Flocken im Teig oder als Topping gibt Biss und Aroma.
  • Bratlinge: Dinkelflocken mit geriebenem Gemüse aus dem Garten, Ei oder Leinsamen und Kräutern zu Laibchen formen und braten.

Rezeptidee: Dinkel-Apfel-Müsli über Nacht

Für 1 Portion: 40 g frische Dinkelflocken, 20 g Haferflocken, 150 ml Hafermilch, 1 kleiner Apfel (grob gerieben), 1 EL gehackte Walnüsse, 1 TL Chiasamen, 1 Prise Zimt. Alles am Abend in ein Glas schichten, umrühren und in den Kühlschrank stellen. Morgens mit einer Handvoll Beeren toppen – im Sommer vom Strauch, im Winter aus dem Tiefkühler. Die passende Milch dazu machst du mit dem Rezept für Hafermilch aus frischen Flocken selbst.

Haltbarkeit: Dinkelflocken frisch genießen

Frische Flocken möglichst sofort essen, spätestens innerhalb weniger Tage, luftdicht und kühl gelagert. Freigesetzte Enzyme und Sauerstoff lassen die Fette im Keim schnell bitter werden. Die Körner selbst halten dagegen trocken und dunkel gelagert lange. Mehr dazu unter Wie lange halten frische Flocken?.

Dinkel ist kein glutenfreies Getreide

Dinkel enthält Gluten und ist bei Zöliakie nicht geeignet. Die verbreitete Annahme, Dinkel sei für alle „bekömmlicher“, ist nicht belegt. Wenn du eine Glutenunverträglichkeit hast, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Hintergründe stehen in der Frage Sind Haferflocken glutenfrei?.

Welches Gerät für Dinkel?

Grundsätzlich flockt jede gute Flockenquetsche Dinkel. Mit der Hand merkst du aber, dass harte Körner mehr Kraft brauchen als Hafer. Ein robuster Handflocker wie die Eschenfelder Korn-Quetsche schafft das gut, das Kurbeln ist nur etwas anstrengender. Wer viel Dinkel flockt oder für mehrere Personen, spart sich mit einem Elektroflocker die Arbeit. Einen Überblick über alle Modelle findest du bei den elektrischen Flockenquetschen. Was eine Flockenquetsche grundsätzlich ausmacht, erklärt der Überblick zur Flockenquetsche.

Elektro-TippAnzeige

UVP 229 € (Hersteller)

Grainlovers

E-Flaker

Frische Flocken auf Knopfdruck – zum halben Preis der Elektro-Oberklasse.

Warum hier: Kein Kurbeln bei hartem Dinkel: einfach hinstellen, einschalten, fertig – kompakt genug für 1–3 Personen.

Ideal für: Wer nicht kurbeln möchte und einen kompakten Elektroflocker für 1–3 Personen sucht.

  • Kein Kurbeln, kein Festklemmen – einfach hinstellen
  • Käufer loben die gleichmäßigen, schönen Flocken
  • Auch Leinsamen, Sesam & Co. möglich (Händlerangabe)
  • Hersteller verleiht ihn zum Ausprobieren
  • Walzenabstand fest – keine Wahl zwischen zart und kernig
  • Kleiner Trichter (ca. 150 g)
Antrieb
elektrisch
Walzen
Edelstahl, Abstand fest
Leistung
ca. 60 g/min (Hersteller)
Montage
freistehend
Garantie
3 Jahre

Andere Getreide mit ähnlicher Vorbereitung findest du unter Weizenflocken und Einkorn und Emmer. Alle Körner im Vergleich zeigt die Getreide-Übersicht.

Häufige Fragen

Muss man Dinkel vor dem Flocken einweichen?

Einweichen nicht, aber kurz anfeuchten. Härtere Getreide wie Dinkel, Weizen und Roggen werden geschmeidiger, wenn man sie kurz anfeuchtet und antrocknen lässt. Die Zeiten unterscheiden sich je nach Hersteller. Wichtig ist, dass die Oberfläche der Körner beim Quetschen wieder trocken ist, sonst verkleben die Walzen.

Kann man frische Dinkelflocken roh essen?

Ja. Frisch gequetschte Dinkelflocken kannst du wie Haferflocken roh im Müsli essen. Am besten weichst du sie einige Stunden oder über Nacht ein, denn Dinkelflocken sind fester als Haferflocken und brauchen länger, bis sie weich sind. Wer rohes Getreide nicht gewohnt ist, startet mit kleinen Mengen.

Sind Dinkelflocken glutenfrei?

Nein. Dinkel ist eng mit Weizen verwandt und enthält Gluten. Bei Zöliakie sind Dinkelflocken deshalb nicht geeignet, auch nicht frisch gequetscht. Wenn du eine Glutenunverträglichkeit hast, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Getreide für dich infrage kommen. Eine glutenfreie Alternative zum Flocken ist Buchweizen.

Wie lange halten selbstgemachte Dinkelflocken?

Frische Flocken möglichst sofort essen, spätestens innerhalb weniger Tage, luftdicht und kühl gelagert. Freigesetzte Enzyme und Sauerstoff lassen die Fette im Keim schnell bitter werden. Flocke deshalb lieber jeden Morgen eine Portion als einmal pro Woche einen ganzen Vorrat. Die ganzen Körner halten dagegen trocken gelagert lange.

Was ist der Unterschied zwischen Dinkelflocken und Haferflocken?

Dinkelflocken schmecken nussig und leicht süßlich, sind etwas fester im Biss und quellen langsamer. Haferflocken sind milder und werden schneller weich. Beim Selbermachen ist Hafer einfacher, weil er trocken durch die Walzen geht. Dinkel feuchtest du vorher an. Im Müsli ergänzen sich beide gut.

Quellen

Passt dazu

Wer hier schreibt

Redaktion flockenquetsche.com

Kaufberatung & Wissen rund ums Selberflocken

Wir sind die Redaktion von flockenquetsche.com. Wir werten Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Händlerdaten und Studien aus und machen daraus verständliche Kaufberatung – mit Quellen auf jeder Seite. Eigene Labortests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Herstellerangaben & Anleitungen ausgewertet
  • Quellen auf jeder Seite
  • Keine Labortests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

Über uns So bewerten wir